Der Entwurf der „thronenden Maria“ ist formal an eine Bleiverglasung angelehnt, jedoch aus einer Scheibe Echtantikglas mit einem weißen Überfang gefertigt. Die Schicht des weißen Überfangs wurde zum Teil herausgeätzt um ein Relief zu schaffen, was formal (als skulpturales Objekt) Verbindung mit der verschwunde Marienskulptur von Obernkirchen herstellen soll. Desweiteren führt es dazu die Lichtinensität partiell im Bildrelief zu steuern. Wichtig an dieser Stelle war mir, das das Fenster nicht zu hell erscheint um die Symmetrie des Raumes nicht zu stören. Im Hintergrund des Bildes sind 12 Sterne und 3 Linen in Form eines gleichseitigen Dreiecks zu sehen.. Die 12 Sterne die in traditionellen Marienbildnissen als Sternenkranz um Ihnen Kopf dargestellt wurden, sind in diesem Falle die 12 hellten Sterne am obernkirchener Sternenhimmel, die man zur Geburtsstunde Christi sehen kann. Die zu einem gleichseitigem Dreieck verbunden Sterne symbolisieren zum Einen die Dreifaltigkeit, sind jedoch auch die Konstellation des „Triangulum Australe“/ des südlichen Dreiecks, was man zu dieser Zeit sehen kann. Die Darstellung von Himmel und Bergen kann als Assoziativer Bezug auf die Offenbarung des Johannes (6, 12-17) gesehen werden*:

„Nach Erdbeben und kosmischen Erscheinungen wird der Himmel wie eine Buchrolle zusammengerollt. Die Menschen verbergen sich in den Bergen“
Der Fußboden im Vordergrund nimmt formalen Bezug auf die benachbarten Fenster und bezieht diese somit in Ihrer Gesamtheit für das plastische Spiel im Raum mit ein. Desweiteren
wird dadurch die Blumensymbolik Mariens, nicht nur auf Ihrer Kleindung, aufgegriffen, sie lässt scheinbar auch die umgebenen Fenster in Blumenpracht erstrahlen. Die Ornamente der Laibung des Fensters werden sowohl durch den umgekehrten Bogen in dem der Sternenhimmel gefasst ist, aufgegriffen, als auch durch das mit Spitze besetzte Kleid Mariens. Die drei Spiegel, die sich Maria zu Füßen befinden, sind zum Einen Sinnbild Mariens, die als „fleckenloser Spiegel“ beschrieben wird (Buch der Weisheit; 7, 26) jedoch auch ein Symbol der klugen Erkenntnis und Wahrheit, sowie des makellosen Wirken Gottes. So sind darin mehrdeutige Bilder zu Entdecken durch die Abstraktion Ihres Ausschnitts – so vieleicht eine Andeutung der Apokalypse und eine grobe Vorstellung des himmlischen Jerusalems. Oder eben nur ein Augenblick von Gotte Plan, der versucht wurde einzufangen. Der Spiegel, auf dem die Füße Mariens positioniert sind, gibt den Mond des Sternenhimmels wieder, wodurch sie sinnbildlich, wie buchstäblich auf der Mondsichel steht (wie prophezeiht). Der Rahmen des Spiegels ist eine Schlange die sich als mehrdeutig zeigt. Zum Einen ist sie das prophezeite Symbol des Teufels. Zum Anderen ist der Ouroboros auch ein Symbol für die Ewigkeit und bietet im Versuch der Spiegelung des Weltalls Aussicht auf ungreifbares, nicht zu erfassendes Werk Gottes und fügt sich somit auch als sein Geschöpf in dessen Plan. Desweiteren wird Maria hier nicht in einer klassischen Pose dargestellt, jedoch besitzt die Inszenierung klassische Bezüge zur Darstellung Mariens. So kennt man sitzende Madonnen typisch mit einem Jesuskind auf dem Arm oder in einer klassischen Pietá-Darstellung. In dieser Darstellung ist beides über die Inhalte ihrer Hände vereint. So ist in der linken Hand Und auch im Spiel mit den Perspektiven lassen sich wundersame Schöpfungen entdecken. * So wird im Wesentlichen der Symbolgehalt des Fensters nur angerissen und bietet noch weitere Hintergründe und Interpretationsspielraum.